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„Ich lese Kochbücher wie andere Leute Krimiromane lesen.“ sagt der Schweizer Beda Stadler (nachzulesen und zu sehen bei NZZ Format). Das kann ich verstehen: Ich kann auch kaum an einem Bücherladen vorbeigehen, ohne nicht einmal durch die Kochbuchauslage durchzublättern. Das interessante ist: Ich koche nie aus einem einzelnen Kochbuch – vielmehr seziere ich sie für neue Ideen. Eine Soßenbasis aus dem einen, eine Marinade aus dem andern – eine interessante Kombination aus dem dritten…

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass eine gute Küche mindestens 30 Kochbücher braucht. Nach diesem Maßstab hätte ich es bereits geschafft. Einige meiner Exemplare haben sich zu Favoriten gemausert. Diese stelle ich hier kurz vor.

Die Basis (Verheyden, Le Duc): Unschlagbar, wenn es um die Grundlagen des Kochens geht. Hier lernt man, wie die einfachen Dinge in der Küche funktionieren: Pudding oder Saucen, ziselieren oder blanchieren. Die optische Botschaft – Goldrand, schwarzer Einband – ist eindeutig und  verspricht nicht zuviel: „Die Basis“ ist eine Bibel.

Kochbuch für drei und mehr Personen. Eine Anleitung, gut, aber auch sparsam für kleinere Haushaltungen zu kochen. Besonders für junge Frauen (Lamprecht): Wer in dieser Rarität (Leider fehlt bei unserer Ausgabe der Titeleinband) schmökert, weiß, wo unsere Omas ihre Ideen herbekommen haben (erstmals erschienen 1895). Zusammen mit „Der Basis“ kann dann in der Küche nichts mehr schief gehen.

Barbecue – das Grillbuch (Studer): Hier bin ich befangen, hat der Schweizer Grillmeister Andreas C. Studer mir das Exemplar doch damals vor Verkaufstart persönlich in die Hand gedrückt. Es liefert jede Menge Tipps von der Vorbereitung bis zum kompletten Menü auf dem Grill.

Floyd’s Great Curries (Floyd): Diesen Schatz habe ich für ein paar Pfund in einem Londoner Second-Hand-Buchladen erstanden. Dort ist wirklich alles drin, was mit Currys zu tun hat – und auch aus den verschiedenen Regionen (Süd-)Ostasiens.

Dumonts kleines Lexikon Saucen und Dips (Müller-Urban): Ob Pesto oder Hollandaise – der idealer Spickzettel neben dem Herd. Spannend sind bei Dopplungen die Unterschiede zur „Basis“

Frech auf den Tisch. Wenn die Schlampe feiert (Krahl): Ich kann nichts dafür, der Titel ist wirklich so. Das Gute an diesem Buch: Es sortiert nach Anlässen, Launen und den Umständen der Vorbereitung. Das heißt, man findet jede Menge Ideen immer passend zur eigenen Situation. Und um wieder Geschlechterfrieden herzustellen: Ich habe auch das „Kochbuch für Männer: Heute koche ich!“ (Matkowitz), damit ich nachschlagen kann, wie ich den richtigen Apfel einkaufe.

Spanisch kochen (Rein): Von Tapas bis Hauptgang: Ein kleines schlankes Büchlein – schon beim Schmökern fühlt man sich wie im Urlaub … und ist versucht, sofort Freunde zum Essen und Snacken einzuladen. Wo ist mein Tempranillo?

Das Kochquartett aus dem Süddeutsche Magazin (Jürgens, Raue, Schwarzmann, Sgroi): Jeden Freitag blättere ich das Süddeutsche Magazin von hinten an, um zu sehen, welches Rezept heute verraten wird. Ein wunderbarer Fundus an Ideen und Tipps.

Wer von Kochbüchern nicht genug haben kann, findet in der Kochbuchhandlung BuchGourmet in Köln 10.000 Bücher. Peggy Schatz hat sich mit ihrem Blog multikulinarisch.es dort umgeschaut.

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