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Virginia Beach kann man wohl am besten als Ballermann der US-amerikanischen Ostküste bezeichnen. Pauschaltouristen ziehen lautstark an der Ocean Front durch die Atlantic Avenue, Verkehrsschilder verbieten ihnen das Fluchen. In der nächsten Kneipe gibt es billige Shots aus Plastikbechern.

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Frisches Seafood schwimmt nur wenige Kilometer ostwärts als Shrimps, Riesenkrabben und Fisch in der Chesapeake Bay und dem Atlantik vorbei. Und manchmal finden sie sich als gelungenes Essen in Restaurants zwischen den Saufbuden, Piercing-Läden und Surfershops auf den Tellern wieder.

Das Restaurant Catch31 ist eines davon.

Es liegt im Erdgeschoss des Hilton an der Atlantic Avenue / Ecke 31. Straße. Reservierungen sind nicht möglich, man bekommt für einen ersten Drink an der Bar einen Beeper in die Hand gedrückt, der mit einem hektischen Blinken den nächsten freien Tisch anzeigt.

Und dann geht es los: Frische Austern, wer es mag. Die in Kokos frittierten Shrimps sind unglaublich zart, keine Spur gummiartig. Und genauso sogar die Calamari-Ringe und Mini-Oktopusse.

Noch besser wird es beim Hauptgang. Eine überschaubare Auswahl des Catch of the Day bietet sowohl feinen Weißfisch wie Red Snapper als auch festere „Sportfish“ wie Thun oder Schwertfisch. „Garantiert von heute und nicht eingefroren“, betont die Bedienung. Und die Köche wissen damit umzugehen: sie bieten unterschiedliche Zubereitungen an: beispielsweise gegrillt (bei unserem Besuch war es auf weißem Zedernholz) oder – eine weitere positive Überraschung des Abends – „bronzed“. Dabei wird das Filet mit braunem Zucker und Zimt glasiert, was unerwarteterweise sehr gut mit dem Fisch harmonierte.

Jeder der Fische war perfekt auf dem Punkt zubereitet und geschmacklich abgestimmt. Dafür zahlt man gerne auch die paar Dollar mehr (Catch of the Day kostet zwischen 25 und 30 Dollar plus Steuer).

Die kleine Weinkarte bietet nichts Außergewöhnliches. Aber viel mehr stört die Geräuschkulisse: Man fühlt sich wie in einer Bahnhofshalle zur Rush Hour. Akustik und die Massen an der Bar bilden eine unheilige Allianz. Ich bin zwar satt, aber taub und etwas heiser. Vielleicht ist man durch die tieffliegenden Kampfjets der benachbarten Oceana Naval Air Station anderes gewohnt.

Bekanntlich ist ja nur das Auge mit und nicht das Ohr.

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