Schlagwörter

Da die Niederlande heute wahrscheinlich ihr letztes Spiel der Europameisterschaft 2012 haben werden, schiebe ich noch schnell meinen holländischen Eintrag hinterher… Gouda!

Dabei rede ich nicht von diesem vakuumversiegelten Klops im Supermarktregal. Wer einmal die Chance hat, auf einem holländischen Markt Gouda zu kaufen, wird sich über die vielen – teils komplett unterschiedlichen – Gouda-Varianten wundern und freuen. Hier biete ich eine kurze Orientierung (mit Tipps für den Einsatz)

Von Jung bis alt

Geschmacklich macht der Gouda mit dem Alter die größten Unterschiede.

Der „junge“ Gouda ist ein bis zwei Monate gereift. Er schmeckt mild und ist weich und cremig. Mit ihm kann man einen pfiffigen Burger tunen oder nimmt ihn als cremiger Schmelzkäse zum Überbacken.

Der „mittelalte“ Gouda ist bis sechs Monate gereift. Er ist bereits fester und würziger, geht aber noch nicht ins Scharfe. Das beste Alter für Scheiben. Schmilzt sehr schön und mit ihm kann man kross überbacken. Er ist gerieben die mildere Alternative zu Parmesan auf Pasta.

Der „alte“ Gouda ist bis zu einem Jahr alt. Als „Old Amsterdam“ sind es 18 Monate. Er ist würzig und dunkler als die bisherigen. Meist bröckelt er schon – Scheiben lassen sich damit kaum noch schneiden. Er bietet eine schöne Alternative zum italienischen Grana Padano, um ihn in Stücken als kleinen Snack zum Aperitif zu servieren, oder man füllt Speckdatteln damit.

Es geht auch noch älter: Wer es würzig und scharf mag, ist da genau richtig – allerdings ist der Käse dann richtig hart und krümelig. Der gut sortierte Marktstand oder Käseladen hat die ältesten Gouda-Sorten darum häufig ungekühlt im Verkauf, weil sie sonst nicht zu teilen sind.

Bis hierher war es Standard

Sehr beliebt in Holland sind Gouda-Varianten mit Beimischungen, beispielsweise mit Kümmel, Chilli, Brennnessel oder anderen Kräutern und Gemüse. Auch muss man nicht den bekannten großen Laib kaufen, sondern kann kleinere Laibe (Pfund oder Kilo) kaufen. Der Vorteil: man muss keine Scheiben kaufen, der Käse bleibt länger frisch und haltbar.

Ansonsten gilt auch für Gouda: Am besten kauft man Käse am Stück.

Neben diesen Varianten, hat sich richtige Delikatessen-Variationen entwickelt. Der bakannteste ist wohl der Maigouda. Dieser Käse wird von der ersten Milch der Weidekühe hergestellt – also nachdem sie von Silo-Futter auf frisches Grün umgestiegen sind. Das macht ihn besonders fein und mild.

Weitere Delikatessen-Varianten kommen geräuchert, bergwerkgereift oder mit anderen ausgewählten Milchmischungen. Mit den vakuumversiegelten Klopsen aus dem Supermarktregal hat das gar nichts mehr zu tun.

Lust auf Oranje bekommen? Mehr Gouda gibt es hier.

PS.: Noch ein bisschen unnützes Wissen: Gouda-Käse kommt gar nicht aus Gouda, sondern aus der Region Krimpenerwaard südlich der holländischen Stadt.

Advertisements