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Im August habe ich mein erstes Viva Culinaria Interview für den Newsletter KASsiber gegeben. Mit dabei war ein Gewinnspiel: Zu einem Anlass, bei dem die Leserinnen und Leser vier bis sechs Freunde oder Familie bekochen möchten, habe ich ein Menü entworfen und die Getränke erstellt. Die Rezepte und Tipps zum guten Gelingen habe ich dann zur Verfügung gestellt. Entschieden hat das Los. Die Gewinnerin berichtet hier selbst über ihren Mädels-Abend:

Gedeckte Tafel Bild: Ch. Nick„Lasst uns mal wieder einen entspannten Mädels-Abend verbringen. Ich koch’ was Feines“, – schneller gesagt als geplant, geschweige denn gekocht. Zum Glück hat Jochen mir einen Menüvorschlag samt Rezepten zusammengestellt, zu dem ich ihm nur die Rahmenbedingungen nennen musste. Ein leichtes Abendessen sollte es sein, kohlenhydratarm, ungewöhnlich, lecker natürlich, aber bitte nicht zu aufwendig, denn zwischen Fulltime-Job und Empfang meiner Gäste kann und mag ich keine drei Stunden in der Küche stehen. Timing ist also alles.

Hier Jochens Menüvorschlag:

Aperitif und Vorspeise

Hauptgang

  • Scharf gebratene Garnelen in einer saisonal üppigen Marinade aus Ingwer, Knoblauch, Chili, Vanille, Apfel…
  • serviert auf einem marokkanisch veredelten Schwarzkümmel-Zucchini-Bett
  • dazu ein warmer Sommer-Couscous mit den Frischmachern Tomaten, Gurke und Minze
  • Wein: Gewürztraminer oder Grauburgunder und aromatisiertes Wasser (passend zum Couscous)

Dessert und Digestif

Selbst wenn ich es mir fest vornehme, ich kann mich nicht an Rezepte halten. Lieber Jochen, deine Ideen waren daher eher ein Baukasten, den ich angepasst habe, nach dem, was mir praktisch erschien, besser zu meinen Gästen oder meiner Küchenausstattung passte oder schlicht, weil ich Zutaten ersetzen musste, die ich vergessen hatte einzukaufen. So musste Wasabi-Paste den Sahnemeerrettich in den Salad-Wraps vertreten, die Zucchini wurden im Ofen gebacken (zu wenig Pfannen, wenn ich gleichzeitig die Garnelen brate), und das Panna Cotta hatte seinen Namen eigentlich nicht mehr verdient, da es keinen Tropfen „Panna“ enthielt.

Aber der Reihe nach: Um den (wahrscheinlich) letzten warmen Tag des Jahres zu feiern, habe ich mich als Aperitif spontan für den englischen Sommercocktail schlechthin entschieden; es gab Pimm’s Cup, klassisch mit Gurke, Orange und Erdbeeren. Eine Blitzumfrage bei einigen meiner Gäste am Vortag ergab, dass niemand Lust hatte Garnelen zu pulen. Also habe ich die Marinade etwas entschärft und bereits gelöste Garnelen verarbeitet. Dass die Zucchini mit schwarzem Sesam statt Schwarzkümmel gewürzt wurden (was sich als sehr lecker herausstellte), war ein Multitasking-Fehler der Köchin. Gleichzeitig Cocktail trinken, mit den Gästen reden, die brutzelnden Garnelen im Auge behalten und dann aus meinen (unbeschrifteten) Gewürzdosen die richtige herausfischen…

Um die Kalorien des Desserts etwas nach unten zu schrauben, ersetzte Kokosmilch vollständig die Sahne im „Panna“ Cotta, statt Zucker gab Stevia-Extrakt Süße und die Sauce bestand aus Cassis-Himbeeren.

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Meine Gäste, darunter zwei „Co-Köchinnen“, die früher vorbei kamen, um mit mir in der Küche zu werkeln, waren vom Menü begeistert. Gerade die fruchtig-scharfen Garnelen im Zusammenspiel mit den orientalisch gewürzten Zucchini haben allen sehr gemundet.

Die Salad-Wraps erwiesen sich jedoch als unpraktisch, sowohl in der Herstellung (zu zeitaufwendig) als auch beim Essen. Zu einem Seated Dinner braucht es eigentlich kein Fingerfood-Hors d’œuvre. Die Zusammenstellung aus Salat mit Putenbrust, Avocado und Tomaten in Wasabi-Süßer Senf-Dressing fand jedoch sofort Fans in der Runde. Das Dessert – wer kann schon bei Kokosnuss-Panna Cotta widerstehen? Naja, eine Freundin mochte es nicht. Sie mag aber auch sonst nichts Süßes, nicht einmal Schokolade; ihr Urteil kann somit getrost als Ausnahme von der Regel gewertet werden.

Ansonsten waren sich alle Testesser einig: ein gelungenes Menü, leicht im Magen wie in der Zubereitung und dabei geschmacklich neu und spannend.

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