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Kürzlich habe ich eine schöne Grafik entdeckt, die auf einem Blick die passendsten Weine zu den wichtigsten Lebensmitteln zeigt. Im modernen Sprachgebrauch heißt dies Food Pairing oder Wine Pairing. Oder anders gesagt: Welcher Wein passt zu welchem Essen.

Wine Pairing Chart

Aber Vorsicht: Das Ganze kann nur Grundzüge bieten. Gewürze, Zubereitungsweise und Saucen bestimmen mindestens genauso stark die Auswahl. Beispiel Fisch: Wenn gedämpft ist nur ein trockener, leichter Weißwein passend – alles andere überdeckt den Fisch. Ein gegrillter oder geräucherter Lachs verträgt problemlos körperreiche Weiße. Oder zu einem asiatisch-scharfen Geflügel serviere ich auch mal einen Roten, der neutralisiert.

Und was die Grafik als „schwierig“ bezeichnet, ist mir eine besondere Ehre die passenden Weine nachzuliefern:

Spargelspitzen

  • Spargel: Zu meinen Gerichten serviere ich trockene Silvaner (Als Tauberfranke muss es ja so sein…). Detaillierte Tipps und weitere Empfehlungen liefert beispielsweise spargelseiten.de
  • Grüne Bohnen: Mit Verlaub, wann isst man schonmal nur grüne Bohnen. Mein Tipp: Putzen, schneiden, in kräftigem Olivenöl kurz anbraten und die letzten fünf bis 10 Minuten in meinem Gulasch mitköcheln lassen. Dann passt ein roter Cuvee: kräftig, trocken, ohne Holz (zum Beispiel den, den man schon ins Gulasch gekippt hat).
  • Rosenkohl: In der Tat sehr umstritten. Ich tendiere zu einem fruchtig-runden Veltliner, verteidige dies als Nicht-Rosenkohlesser allerdings nicht mit Verve!
  • Artischocken: Abhängig von der Zubereitung tendenziell frische, säurehaltige Weine, da Artischocken meist mit Zitrone gekocht werden und einer leichten Vinaigrette zubereitet werden. Also zum Beispiel junge, frische Sauvignon Blanc und Weißburgunder oder ein leichter Chardonnay ohne Barrique. Aber bitte nicht zu säurereich, denn Säure und Säure verstärkt sich. Wenn die Artischocke auf der Pizza landet, steht ein Barolo daneben. (Zur Vollständigkeit, weil ich darauf angesprochen wurde: In Italien wird zur Pizza häufig Bier getrunken).
  • Schokolade: tanninhaltige Rotweine – etwa ein körperreicher Cabernet oder Cahors (wie es sich gehört: traditionell im großen Holzfass ausgebaut!)

Aufgeschlagenes Buch mit Wein und FlascheWer sich mit dem Thema intensiver beschäftigen will, hier eine kleine Auswahl aus der doch recht umfangreichen Auswahl zu diesem Thema eine ganze Reihe in der Ecke mit der Weinliteratur.

Bernd Kreis, Wein und Essen: Über 400 perfekte Kombinationen (Hallwag: 2011)

kurz, knapp, handlich (nicht nur zu Kombinationen):

Denis Duhme: Wein kompakt: Praktische Weinwissen – anschaulich und leicht verständlich (Weinintensiv: 2011)

Und noch weiter gefasst und schön zu lesen:

Marcus Reckewitz: Populäre Wein-Irrtümer: ein unterhaltsames Lexikon (Anaconda: 2012)

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