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HähnchenbrustDie katalanische Hühnchenrolle brate ich mir fast schon seit Jahrzehnten. Seitdem ich in den Neunzigern das erste Mal die kleinen Kneipenrestaurants des Barri Gotic in Barcelona durchstreift habe, tauchen sie bei meinem Gerichten in unterschiedlichen Varianten wieder auf.

Diese kleinen katalanischen Kneipen bieten meist einfache aber geschmacklich interessante Gerichte an. Schinken, Käse, Spinat, Rosinen, Knoblauch, Pinienkerne und Tomaten sind typische Zutaten – das landet dann bei mir in der Hühnchenbrust, die ich auch das ein oder andere Mal mit unterschiedlichen Füllungen auf der Speisekarte fand… Das Schöne: Es lässt sich problemlos variieren und ich richte das Gericht immer nach den verfügbaren Zutaten. Wir wollen ja bewusst essen und nichts wegwerfen.

Zutaten

Pro Person eine Hähnchenbrust und zwei Scheiben Serranoschinken.

Etwas mittelscharfer Senf, Pfeffer und Salz

Für die Füllung (Die Mengenverhältnisse nach Belieben, am Ende sollte die Füllmasse pro Hähnchenbrust drei bis vier gehäufte Esslöffel ergeben)

  • Ziegenfrischkäse
  • Manchego gerieben
  • halbgetrocknete Tomaten
  • Pinienkerne
  • schwarze Oliven
  • Spinatblätter (alternativ Rucola, wird dann aromatischer)
  • Rosinen
  • frischer Knoblauch

So geht’s

Hähnchenbrust mit einem langen scharfen Messer in der Hälfte längs bis zum letzten etwa ein Zentimeter verbleibenden Stück durchschneiden und aufklappen. Trocken tupfen und die Innenseite dünn mit Senf bestreichen. Serranoschinken darauf belegen.

Für die Füllung alle Zutaten in maximal 5 mm große Stücke verkleinern, alles gut vermengen und zusammenpressen – bei Bedarf etwas salzen und pfeffern. Die Masse auf einer Hälfte des ausgelegten Serrano-Filet-Fläche ausbreiten und danach alles fest einrollen. Mit Zahnstochern oder Bratengarn fixieren.

Hähnchenfilet in der PfannePfanne mit einer Mischung aus Oliven- und Sesamöl erhitzen und die Hähnchenrollen in die Pfanne geben. Die Seite, an an dem die Rolle endet zuerst nach unten. Durch das Anbraten verschließt sie sich etwas. Bei mittlerer Hitze von allen Seiten braun braten. Zum Aromatiseren kann eine Knoblauchzehe und Zwiebeln am Ende im Öl mit braten (aber nicht schwarz werden lassen – das schmeckt dann bitter). In der Pfanne salzen und pfeffern.

Danach bei 80 bis 100 Grad im Backofen ruhen lassen und nach Wunsch mit etwas geriebenen Manchego gratinieren.

Dazu passen Ofenkartoffeln und als Vorspeise direkt aus der katalanischen Kellerbar das traditionelle Röstbrot „Pa amb tomaquet„.

Das geht so:

Brotscheiben (ich nehme gerne Schwarz oder Graubrot) mit etwas Butter oder Olivenöl im Ofen rösten und dann mit halbierter Knoblauchzehe und halbierter Tomate abreiben. Das kann man sehr schön gemeinsam am Tisch machen. In der katalanischen Kneipe wird es häufig auch so angeboten.

Spinat mit Scallops

Spinat mal katalanisch – hier zu gebratenen Scallops

Eine schöne Beilage ist kurz angebratener Spinat (grob gehackt) mit Pinienkernen, Rosinen, Zitronensaft und Käse.

Alle Rezepte hier passen übrigens zu meinem „Milchweg“-Experiment.

Mehr kulinarische Insider-Themen zu Katalanien bietet zum Beispiel Jahn Schlosser bei der Männerkochrunde.

Wir trinken dazu den typischen Cava. Mein Tipp: in und um Barcelona gibt es viele kleine Weinkeller, die ihren eigenen anbieten. Bei einem Besuch einfach mal einige davon mitbringen und erleben, wie Cava jenseits von Freixenet oder Codoniu schmecken kann.

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