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Leuchtschild KölschZum Saisonstart der Beachclubs bin ich der Frage nachgegangen, warum Bier in Beachclubs im Vergleich zu vielen Brauhäusern teils deutlich teuer ist. Die Frage hatte ich vergangene Saison bereits an mehreren Tresen mit Strand bei meinen Bestellungen gestellt. Mehr als ein Schulterzucken hatte ich jedoch nie erhalten. Also habe ich mit der Frage nun einige Kölner Beachclubs angeschrieben. Die erste Antwort kam bereits nach wenigen Stunden von Kölns neuestem Beachclub, der Poller Strandbar. Leicht angesäuert ob meiner Behauptung, Kölsch sei in Beachclubs grandios überteuert, stellten sie ausführlich dar, was man bei der Preisbildung auf Sand alles zu berücksichtigen habe. Der Skybeach – beheimatet auf einem Parkhausdach in der Innenstadt – hat ebenfalls geantwortet. Beim städtischen Betrieb km689 ruht wohl noch der Emailkasten.

Große Preisspannen

Wie groß der Preisunterschied ist, hängt natürlich von den gewählten Brauhäusern ab. In den Touristenfallen der linksrheinischen Altstadt ist es teurer als in den Veedelskneipen und den Lädern meiner Deutzer Gastro-Liste. Also liegt die Vergleichsbasis irgendwo zwischen 1 Euro (Tresenpreis der Freiheit in Deutz) bis 1,50 für ein Päffgen im Lommerzheim (während es an Karneval im Päffgen-Stammhaus mittlerweile Richtung 2 Euro marschiert) für die Stange (0,2l) Kölsch.

Terrasse an der San Diego BayIn den Beachclubs schwanken die Preise ebenfalls. Die mir für diese Saison derzeit bekannten Preise reichen von 2,90 (0,3l Früh am Sky Beach) über 3,00 (03l für Gaffel in der Strandbar) bis 3,50 (0,3l Astra im Stadtbetrieb km689, Kölsch gibt es hier nicht). Umgerechnet liegen die Stangenpreise im günstigen Fall knapp unter 2 Euro. Dazu kommen häufig Mindestverzehr und Eintritte von einigen Euro.

Woher kommen die Unterschiede?

Aus den Antworten der Poller Strandbar und des Skybeach habe ich die wichtigsten Gründe für die teureren Angebote zusammengefasst.

Das Wetter: Theoretisch bietet die warme Jahreshälfte für einen Beachclub 150 Öffnungstage. Je nach Witterung werden es dann nur 50. In diesen Tagen muss das Geschäft des Jahres gemacht werden.

Der Einkauf: In Beachclubs wird fast immer Flaschenbier ausgeschenkt. Das ist im Einkauf teurer als Fassbier.

Das Mobiliar: Der Brauhaustisch hält zehn bis fünfzehn Jahre, der Liegestuhl fliegt nach zweien raus und muss ersetzt werden.

Die Pflege: Schrubben und kehren wie im Brauhaus ist nicht. Die tausende Kilo Sand müssen zudem von Hand gesäubert werden (und natürlich erstmal an den Ort des Geschehens kommen).

Die Strandbar kommt darum zum Schluss, „dass wir unser Kölsch eigentlich zu günstig anbieten.“ Sollte jetzt eine Preiserhöhung kommen, könnt ihr mir dafür die Schuld geben, weil ich das Strandbar-Team darauf aufmerksam gemacht habe.

Rettungsfahrzeug an Venice Beach

Mir war so nach Sommer. Darm habe ich den Beachclub Beitrag mit Motiven aus einer Westküstentour bebildert. Solch ein Feeling sollte aus meiner Sicht ein guter Beachclub anstreben.

Auf einem Überblick der Kölner Beachclubs verzichte ich an dieser Stelle – das haben andere schon gemacht.

Meine bisherigen Favoriten Skybeach (zentrale Lage, schöner Ausblick, kein Mindestverzehr) und der Poller Strandclub (entspannt, groß, buntes Publikum und von mir aus leicht erreichbar) haben sich auch mit ihrem Antwort-Service für diesen Beitrag jenseits des Sands bestätigt.

Nutzen wir die schönen Tage mit Sand zwischen den Zehen! Jetzt wissen wir auch, wofür das Geld ist.

Insgesamt hat Köln im Vergleich zu Städten wie Berlin oder Frankfurt nach wie vor keine Beachclub-Kultur entwickelt. Mein Geheimtipp ist Mannheim/Ludwigshafen: Zahlreiche und variantenreiche, gut besuchte und doch entspannte Lokationen. Vielleicht liegt es daran, dass die beiden Städte zwei Flüsse und riesige Hafenbecken haben.

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