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Social Media und Bars könnten gleicher und unterschiedlicher nicht sein. Einerseits sind es Orte der Begegnung und der Geschichten, voller Ideen, Innovationen und Besonderheiten. Während andererseits Social Media ein öffentlicher Raum ist, hat die Bar meist etwas Geheimniskrämerisches, Dunkles, Verruchtes – what happens in the bar, stays in the bar. Gerade der Widerspruch und die Unvereinbarkeit zwischen Social Media und Bars wird gerne betont und führt zu werbetauglichen Gadgets wie dem „Offline Glas“ der Salve Jorges Bar oder Norte’s Photoblocker:

Die Herbergsmütter hatten mich für das Kölner Startcamp #sck13 gebeten, mit einer Cocktailsession diesem Widerspruch nachzugehen. Oder mit Fragezeichen:

Verträgt sich eine Bar mit Social Media?

So schön und social-media tauglich die Geschichten aus einer Bar sind, so verboten ist die Historie der Bars. Sie waren Orte der Heimlichkeit, weil Alkohol verboten war. Dort trafen sich Kriminelle, um Pläne auszuhecken. Tragische Momente enden in kolossalen Besäufnissen, an die keiner am nächsten Morgen mehr bei Tageslicht erinnert werden will. Die Antwort lautet also: Leider nein. Vielleicht werden wir mit Plattformen wie Twocktail und einem qualitätsbewussteren Cocktailgenuss bald die Antwort relativieren können.

Was hat ein Cocktail mit Kultur zu tun?

Diese Veränderung hat beim Cocktail ja bereits gut funktioniert. Dienten die Mischungen früher nur dazu entweder einen harten Fusel mit Süße und Säure oder Kräutern zu kaschieren oder ihn vor Gesetzeshüter zu verstecken, wird Mixologie heute als Qualitätshandwerk mit erlesenen Zutaten zelebriert. Es reicht nicht mehr, einfach was mit Gin zu mixen, ohne dass die Frage kommt: „Mit welchem?“ Anders als verruchte Bars haben Cocktails oft eine teils glorreiche Geschichte, denkt man zum Beispiel an den Black Velvet, der zum Tod von Prinz Albert 1861 kreiiert wurde. Cocktails tauchen in Romanen auf. Berühmt ist zum Beispiel der Gimlet aus Raymond Chandlers Long Goodbye geworden.

SourgläserDen Gimlet und den Hugo nehmen wir beim Startcamp Köln als Basis für einen eigenen Barcamp-Drink.

Hier die Grundrezepte:

Lennox‘ Gimlet (nach R. Chandler)

  • 5 cl Gin
  • 5 cl Rose’s Lime Juice

Hugo (nach AK Gruber)

  • 15cl Prosecco
  • 2cl Zitronenmelissesirup
  • Ein Spritzer Soda
  • Minze

Aus dem Gimlet haben wir mit Kölner Gin und Rucola unseren StARTcamp Köln 2013 Gimlet erschaffen. Prost!

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