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Kekse mit HeftIm Februar war ich für einige Tage in den USA und habe dort die Gelegenheit gesucht, mit NSA-Mitarbeitern und deren Dienstleistern über die viel zitierten Ausspähprogramme und den Technologien dahinter zu sprechen. Warum? Weil mich – insbesondere die deutsche – Berichterstattung zum Thema Internetspionage und Edward Snowden mächtig ankotzt. Alles, was wir darüber erfahren, stammt aus einer einzigen Quelle: Ein 30jähriger Sharepoint-Administrator einer US-Beratungsfirma. Und die Medien, die von ihm umfangreiche Informationen erhalten haben – allen voran Der Spiegel – präsentieren uns diese Informationen nur häppchenweise und verkürzt und auch nur nach vorheriger Abstimmung mit US-Behörden.

Was hat das jetzt alles mit einem Foodblog zu tun?

Bei meinen Gesprächen mit der NSA habe ich dort ein Heftchen mit Sicherheitsempfehlungen bekommen, das zu jedem Tipp ein Cookie-Rezept anbot. Und hier ist das erste, das ich daraus angepasst an meinen Geschmack nachgebacken habe.

Um es vorweg zu nehmen: Man hat mit mir auch über Überwachungsaktivitäten gesprochen und – schwer inoffiziell – einige Innenansichten gegeben. Das Ganze gelang sogar überraschend einfach. Warum unsere angeblichen Top-Journalisten das nicht hinbekommen, weiß ich nicht.

Doch jetzt erst einmal Haferflocken-Schoko-Kekse

Bei amerikanischen Rezepten ist die erste Hürde, zunächst die Mengen- und Maßangaben umzurechnen. Dabei besteht die größte Schwierigkeit meist bei „Cups“, da es sich um ein Volumenmaß handelt, die Zutaten bei bei uns jedoch meist mit ihrem Gewicht in Gramm angegeben werden. Die Cup-Variante hat aber auch Vorteile: Du kannst auf die Waage verzichten. Ein Cup entspricht knapp 250 ml. Und dann kann es losgehen.

Die Zutaten

  • 350 gr ButterZucker und Butter
  • je ein Cup (250 ml in einem Messbecher) weißer und brauner Zucker (im US-Rezept ist die Menge Zucker deutlich höher, nur sind die Geschmäcker dort auch süßer)
  • zwei Eier
  • ein Esslöffel Vanillezucker (selbstgemacht)
  • 1,5 Cups (740 ml im Messbecher) zarte Haferflocken
  • ein Päckchen Backpulver
  • ein Teelöffel Salz
  • 200 gr Zartbitterschokolade (Splitter)
  • 0,5 Cups (120 ml im Messbecher) gemahlene Mandeln

Ofen auf 180 Grad vorheizen.

Butter und Zucker vermischen, Eier unterrühren. Restliche Zutaten unterrühren. Jeweils ein Teelöffel Teig zur Kugel geformt auf Backpapier verteilen und im doppelten Abstand auf dem Blech verteilen, da sich der Teil zum breiten Cookie verteilt. Etwa 15 bis 16 Kugeln passen auf ein Standard-Backblech. 10 bis 12 min backen, bis sie goldbraun sind. Abkühlen lassen – fertig.

Cookies in der Dose

Und was ist nun mit der NSA-Überwachung?

In den USA erlebte ich NSA-Personal, das mit gewissem Frust auf Kollegen aus den Überachungsprogrammen wie PRISM und Co schauen: Überteuert sei das alles, mittlerweile deutlich veraltet (man bastele seit 2005 daran und vieles, was Unternehmen im Marketing mit Payback oder unter den Begriffen wie „BigData“ machen, können die implementierten Programme derzeit noch gar nicht. Die Vorgabe von Chef Keith Alexander ist es, den kompletten Heuhaufen einzusammeln, um dann eine Nadel zu finden. Doch selbst das vollständige Sammeln klappt nicht, weil PRISM unterdimensioniert eingekauft wurde. Bei Mobilfunkdaten sei es bestenfalls die Hälfte, so die Schätzung. Und vieles davon kann nicht entschlüsselt und noch weniger ausgewertet werden. Der geforderte „Heuhaufen“ überfordert viele: „Wir wissen nicht, nach was wir suchen sollen.“ Regierungstelefone werden zwar angezapft (was keine Kunst bei Handys ist), nur entschlüsselt werden können sie nicht. Deutschland hat dankenswerterweise eine Regierunsgchefin, die statt ihrem sicheren Kanzlerhandy ihr Parteihandy benutzt.

In Teilen herrscht Datendurcheinander: Mich hat man in den Datenbanken doppelt angelegt (möglichweise automatisiert), offensichtlich weil nicht alle diversen Accounts korrekt zugeordnet sind. Andere Menschen, deren Namen ich viel eher erwartet hätte, sind dagegen nicht darunter, etwa der viel gelobte deutsche Top-Geheimdienst-Journalist Georg Mascolo.

Das Schulungsmaterial, aus dem auch das Keksrezept stammt, und für Mitarbeiter und Partner genutzt wird, stammt übrigens aus dem Jahr 2004. Und dann das krönende Frustpotenzial: Bis heute weiß aufgrund mangelnder Prozesse niemand so richtig, wie ein externer IT-Administrator an die Daten kam und welche genau es waren. Dafür stehen jetzt händereibend US-IT-Firmen Schlange, die all diese Probleme mit milliardenschweren neuen Projekten beheben wollen.

Mein Eindruck: Mal wieder klaffen in den USA Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Verwerflich und anmaßend ist der Anspruch, man könne die Welt komplett überwachen. Etwas beruhigend ist, dass es offenscihtlich nicht gelingt. Erschreckend allerdings ist die Vorstellung, was passieren kann, wenn die USA sich auf eine solch krüppelhafte Lösung blind verlässt. Mit leichtem Sarkasmus tröstet sich ein NSA-Angehöriger: „Wenigstens glauben alle, dass wir es viel besser können. Das ist ja auch Terror-Abwehr“

NSA-Unterlagen

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