Schlagwörter

, , ,

Cocktail mit AjucoMein spontanes „Würde ich gern mal probieren“ nach der Lektüre von Heimo Tschernes Blogbeitrag zu einem Aperitif namens Ajuco bescherte mir wenige Zeit später tatsächlich ein Paket mit ebensolchem zum Ausprobieren. Gründer und Erfinder (trifft dieser Titel bei einem Aperitif-Hersteller?) Julian Draheim von Ajuco hatte mich prompt mit einer Lieferung und einigen Mix-Rezeptvorschlägen versorgt.

Das Getränk entzieht sich jeder bekannten Bezeichnung. Auf der Flasche selbst wird die an Kräuterbitter erinnernde rotbraune Flüssigkeit tatsächlich als „Bitter“ betitelt. Das warme orangerot stellt sich beim Mischen ein. Mit 27 Prozent Alkohol bewegt sie sich jedoch eher bei den leichten Likören, ohne die alles verklebende Süße. 24 natürliche Zutaten aus Rinden, Kräutern und Früchten klingt nach Bitter ála Campari, Aperol oder Wermut. Tatsächlich duften die Fruchtaromen wunderbar heraus und beim ersten Schluck überrascht, wie wenig bitter der Ajuco schmeckt. Daneben arbeiten sich herbe Aromen, die leicht ins Holzige gehen, hervor – begleitet von einer leichten Schärfe, jedoch auch bei Zimmertemperatur angenehm trinkbar (was die Fruchtaromen weiter verstärkt). Wie sich ein Getränk jenseits von Schubladen, das derzeit nur online und in ausgewählten Läden zu bekommen ist, werde ich beobachten. Ich befürchte, dass Ajuco einen steinigen Weg vor sich hat. Wer stattdessen in Spirituosen macht, die unter den gängigen Namen Gin, Vodka oder Whisky Hypes bedienen, ein teures Preisschild vor der Brust tragen und eine wilde Marketingstory erzählen. Geschmack: Egal.

Heute mit Testpublikum

Just am Tag nach der Lieferung hatte ich hier einen mexikanischen Abend mit Freunden. Sie durften Ajuco probieren und die Bewertung überlasse ich den Gästen: „Viel angenehmer als Campari“ – „Erinnert mich ein bisschen an Jägermeister, mit dem Unterschied, dass man es trinken kann.“ – „Sommerfeeling, das hat was“ – „Absolut trinkbar“.

Und passend zum mexikanischen Abend mit Nachos, Sizzling Fajitas und Salsa habe ich eine Rezeptvariante des Ajuco Breeze serviert – ein Aperitif mit Koriander, der in der mexikanischen Küche nicht fehlen darf. Ich habe den Drink etwas angepasst, um die typischen Aromen des Ajuco besser herauszuarbeiten.

Ajuco Breeze – die Zutaten

  • 4 cl Ajuco
  • 4 cl Soda
  • 6 cl Ginger Ale
  • einige Blätter frischer Korianer
  • drei Scheiben Gurken, halbiert
  • zwei bis drei dünne Scheiben Ingwer

Gurken, Ingwer, Koriander im Gästeglas zerstößeln und mit Crushed Ice auffüllen, mit Ajuco übergießen und verrühren. Mit Soda und Ginger Ale auffüllen.

Und damit prost auf dem Sommer!

 

 

 

Advertisements