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Heute, 1. Oktober, hat foodwatch wieder seinen Antipreis „Goldener Windbeutel“ vergeben. „Gewonnen“ haben Aletes Mahlzeiten zum Trinken von Nestlé – „Babynahrung“ ab dem zehnten Monat. Das ist nichts anderes als aufgepeppte Milch. Hochkalorisch, sagt foodwatch. Eine Packung mit zwölf Portionen kostet über zehn Euro.

Ich rege mich auf. Nicht allein, weil laut foodwatch den Kindern Überfütterung und Karies drohen, sondern weil es eines dieser absolut unnötigen und überteuerten Convenience-Produkte ist. Wer das kauft, ist dumm und verschwendet Geld! Was ist so schwer daran, etwas Banane in einem Glas Milch zu zerdrücken, Getreideflocken mit Milch zu pürieren oder Vanille darin aufzukochen? Selbst zubereitet kostet dieselbe Menge mit frischen regionalen (Bio)-Zutaten keine vier Euro. Aber natürlich – so das Gegenargument – hätte ich den Mehraufwand der eigenen Zubereitung (der sich in diesem Fall in Grenzen hält). Dafür weiß ich, was drin ist – sage ich.

Klingt gut, macht nur kaum keiner. Liegt es an Markengeilheit oder an ernährungstechnischer Inkompetenz, dass Hunderttausende Eltern in kulinarischer Degeneration den Lebensmittelkonzernen ihr Geld in den Rachen werfen? Dasselbe gilt genauso für Babymatsch aus Gläschen: Was ist so schwer daran, eine halbe Möhre mit Wasser und etwas Öl zu garen? Sind Eltern nicht mal mehr in der Lage, Nudeln abzukochen oder Kartoffeln zu schälen? Auch die Gläschen kosten ein Vielfaches der eigenen Kochkunst. Was kann ich an selbst zubereiteter Babynahrung falsch machen? Nichts! Gerade am Anfang wird sowieso nur gegart und nicht bis wenig gewürzt. Auch bevorraten geht: Einkochen oder einfrieren bei den meisten Gerichten kein Problem.

Wer Angst hat, seinem Kind etwas Falsches aus der eigenen Küche vorzusetzen, empfehle ich ein Blick ins Büchergeschäft. Nur mal so als Beispiel vorgerechnet: Zweimal selbst zubereitet und auf den Kauf der Alete Trinkmahlzeit verzichtet spart genug Geld, um ein Kochbuch mit 120 Rezepten für Babys ab 5 Monaten zu kaufen.

War das zuviel Mathematik? Dann kauft weiterhin euer Puddingpulver. Oder Bratkartoffeln aus der Tüte. Oder, was weiß ich … Irgendwas zum Ablenken halt, wenn es euch an Liebe und Verantwortung bei der Ernährung des eigenen Nachwuchses mangelt. Kulinarische Rabeneltern!

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