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Ein paar blasse Hotdog-Würstchen wabbeln in trüber Brühe. Die Zange greift sie aus dem Sud und sie landet mit ein paar laffen Gurkenscheiben in einem matschig-süßen Weißbrot, festgeklebt mit einer beliebigen Senf-Ketchup-Mischung. Der silbrig-schimmernde Blechkarren mit bunten Blinklichtern und dem gut gefüllten Eisfach, aus dem die Plastikflaschen ragen, wurde am Morgen von einem Pickup an die Straßenecke gestellt. Wenn sich die Straßen zur Rush Hour füllen, steht er längst da: Das typische Foodcart, das zwischen den Hochhäusern das Stadtbild Manhattans prägt.

Skyline von Manhattan

Das Würstchen, das zum Klischee-Streetfood im quirligen Big Apple mutiert ist, ist jedoch längst kulinarischer Vielfalt gewichen, vor allem dank immer mehr Foodtrucks an den Straßen. Viele von ihnen setzen dabei auf Qualität – ein Trend, der sich bei Lebensmitteln als Gegenbewegung zur Massenindustrie in den USA seit längerem abzeichnet: Bio-Zutaten, Fleisch aus Freilandhaltung, selbstgemachte Eiscremes.

Was bekomme ich?

HotdogMeist sind es gegrillte oder frittierte Angebote mit einem Schwerpunkt. Vor einigen Jahren hat beispielswiese ein ukrainisch-stämmiger Ex-Banker mit „Schnitzel & Things“ für Furore gesorgt: Im Baukasten-System stellt man sich Paniertes oder Bratwurst mit Beilagen und Dips zusammen. Dafür gab es einen Newcomer-Preis. Phil’s Steak kultiviert das regional typische Philly Cheese Steak in wilden Variationen für die Straße. Oder doch lieber gegrillter Käse oder koreanisches BBQ gefällig? Dann Ausschau nach dem Milktruck oder Korilla (auch mit Restaurant)  halten.

Zum Dessert gibt es massenhaft austauschbares Softeis – auf englisch Sundaes – oder man gönnt sich eine wilde Kreation vom Big Gay Ice Cream Truck, der erfolgsbedingt mittlerweile auch Eiscafés eröffnet hat.

Wo finde ich sie?

Foodtruck mit SchlangeDas Prinzip ist einfach: Foodtrucks versorgen die wuseligen New Yorker zur Mittagszeit mit Essen. Daher findet man in Manhattan die meisten im Financial District rund um die Wall Street, oder in den Seitenstraßen der 5th und Madison Avenue. An den Unis stehen sie häufig etwas länger bis gegen 18 Uhr. Sonntags machen sie Besucher auf den zahlreichen Flohmärkte der Stadt satt, oder sie sammeln sich in Brooklyn zur Foodtruck Rally im Prospect Park.

Wer es nicht auf gut Glück versuchen will, sucht sich seinen fahrenden Liebling online: Viele Foodtruck-Betreiber stellen einen Plan in ihre Blogs, wo sie die Woche über zu finden sind. Viele twittern ihren aktuellen Standort und einige bieten auf ihrer Homepage gar einen „Truckfinder“ an. Wer gezielt etwas sucht, sollte diese Angebote unbedingt nutzen, denn obwohl in New York mittlerweile angeblich über 3.000 Foodtrucks unterwegs sind, verlieren sie sich in der riesigen Metropole.

Was gibt es nicht?

Aufgrund der Gesetzgebung bleiben die Getränke alkoholfrei. Und auch wenn New York als die Stadt gilt, die den handgebrühten Kaffee – auch auf der Straße – wiederentdeckt hat, habe ich bei meinem vergangenen Aufenthalt kein vernünftiges Kaffeeangebot auf Rädern entdeckt.

Und noch ein Tipp: Viele Foodtrucks bieten mittlerweile eine Alternative für die teils langen Schlange vor dem Ausgabefenster an: Einfach vorher anrufen, bestellen und Abholzeit angeben. Dann wartet das Essen frisch an einem Seitenfenster des Trucks.

NYC_FoodtrucksUnd Deutschland?

In Deutschland gilt Nürnberg als Foodtruck-Hauptstadt. Auch andere Städte wie Bonn entdecken das Essen auf Rädern. Köln, die Stadt, in der sonst alles draußen stattfindet, ist nach wie vor eine Brache. Das mag zum einen an der „Büdchenkultur“ liegen, zum anderen großen Teil sicher aber auch an den restriktiven Regelungen: unter anderem dürfen Foodtrucks nur auf privatem Grund stehen.

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