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gbt151-02614Da muss Holger und Simon vom denkbräu (die Kleinschreibung ist Absicht!) mich erst zu einer Brausession einladen, damit ich wieder mal Brot backe. Die beiden hatten mir eine Schale Treber mitgegeben. Treber sind die Reste vom Malz, nachdem die Stärke ausgekocht und ausgewaschen wurden – das sogenannte Läutern. Wegen der Spelzen und der zurückbleibenden Proteine wäre es der ideale Ballaststoff- und Eiweißlieferant für die eigene Ernährung. Vor allem Sportler und Low-Carb-Menschen würden sich darüber freuen. Meist wandert Treber jedoch in die Viehzucht als Mastfutter.

Da stand ich nun. Mit einer leeren Bierflasche in der einen, mit dem Treber in der anderen Hand. „Mach Brot draus.“ Okay, habe ich gemacht.

Klassisches Treberbrot (ich nenne es denkbrot)

  • 600 gr Weizenvollkornmehl
  • 250 gr frischer (feuchter) Treber, etwas Treber für die Kruste
  • Hefe (entweder ein halber Würfel frisch oder ein Päckchen Trockenhefe)
  • 250 ml dunkles (röstmalzbetontes) Bier
  • 1 TL Salz

ungebackener Laib BrotEtwa 100 gr Mehl mit Hefe in etwas warmem Wasser anrühren und zehn Minuten ziehen lassen. In dieser Zeit Mehl mit Treber verrühren und zerkrümeln. Den Hefeansatz darunterrühren und anschließend nach und nach mit dem Bier zu einem Teig verkneten, bis er nicht mehr klebt.

Den Teig jetzt 90 Minuten an einem warmen Ort ziehen lassen.

Den Rest des Bieres trinken.

Salz unterkneten und nochmals 15 Minuten ruhen lassen. Backofen auf 200 Grad vorheizen, ein hitzefestes Schälchen mit Wasser in den Ofen stellen. Ein Backblech mehlieren.

Aus dem Teig einen flachen Laib formen und auf mehlbestreute Backblech setzen. Die Oberseite mit etwas Wasser bestreichen und den Rest Treber darüber krümeln. Mit einem scharfen Messe den Laib einmal leicht einritzen. Dann für eine Stunde ab in den Ofen.

Jetzt ist wieder Zeit für ein Bier.

Treberbrot-02643Feuchtigkeit im Ofen macht eine schöne Brotkruste. Mit einem Zerstäuber und Wasser kann man während der Zeit noch nachhelfen. Einfach ein bis zwei Pumpstöße alle zehn Minuten in den Ofen.

Auch Brötchen funktionieren gut mit dem Teig. Man kann sie auch mit Speckwürfeln und/oder Cranberrys tunen.

frisches Treber Brot

Irish Draff Brown Bread (für zwei kleinere Laibe)

Zum typischen Irish Breakfast (das die meisten Iren höchstens als Art Brunch am Wochenende essen) reichen Gastgeber oft Varianten des Brown oder Soda Bread – ein Brot ohne Hefe. Meine Trebervariante passt gut zu den typischen Aufstrichen wie Marmeladen, salzige Butter oder Ahornsirup. Aber auch Speck, Würstchen oder Grilltomate gehen gut.

Das Bier sparen wir in diesem Rezept und trinken es sofort, ansonsten benötigen wir:

  • 500 gr frischer (feuchter) Treber
  • 100 gr Dinkelvollkornmehl
  • 200 gr Weizenmehl
  • Ein Päckchen Backpulver
  • 1 bis 2 TL Salz
  • 250 ml Buttermilch
  • 60 bis 80 gr Butter
  • Etwas Paniermehl

Während wir unser Bier trinken, lassen wir Treber, Butter und Buttermilch auf Zimmertemperatur kommen. Dann vermengen wir den Treber gleichmäßig mit den Mehlen und rühren anschließend Salz und Backpulver unter.

Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Auf dem Backblech die Ablagefläche des Brots mit Butter ausfetten und mit Paniermehl ausstreuen. Wieder ein Schälchen Wasser in den Ofen geben.

Dann gönnen wir uns noch einen Schluck Bier und widmen uns wieder dem Teig.

Die Butter in die krümelige Masse einkneten und langsam mit Buttermilch weitermachen. Nicht wundern: Das ergibt einen weichen, klebrigen Teig. Zwei Laibe daraus formen und auf das Paniermehl setzen. Mit einem langen Schnitt einritzen.

Jetzt Hände waschen. Bier trinken und das Brot mindestens 45 Minuten bei 200 Grad backen.

Noch ein Bier?

Prost!

Brötchen im Korb

Sohnemann schnappt sich gleich mal die frischen Brötchen und büxt aus.

 

Und mit dem Rest des Trebers mache ich später noch Knuspermüsli.

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