Spätzle mit PaprikagemüseWo erwartest du Inspirationen zu Spätzle? Klar, erste Antwort: Schwaben. Ich komme gerade von einer Reise aus San Diego zurück und habe mich im Biergarten der Craftbierbrauer Stone mit Salbei-Spätzle verwöhnen lassen. Die habe ich am Wochenende gleich nachgehobelt. Das Rezept folgt sofort, aber zunächst erwarte ich einen kleinen Trommelwirbel.

Denn hier ist das von Oma an Mama weitergegebene Spätzlerezept, mit dem der Sohn heute rumwerkelt. Zwar gehört meine Heimat kulturell eher zu Hohenlohe-Franken, doch die Markelsheimer hießen einmal „Nudelbätzer“ mit einem eigenen lokalen Feiertag am 19. März. Und der Vollständigkeit halber: Spätzle werden traditionellerweise dann nicht serviert sondern „Bradi Nudel mit Buohnebrieh„. Schaben, hoben, drücken können wir trotzdem. Nun Trommelwirbel vorbei, hier ist das

Grundrezept Spätzle (ca 3 Portionen)

  • Spätzle frisch aus dem Kochtopf250 gr Mehl (405) – ja, „Spätzlemehl“ ist unnötig
  • 1 bis 2 Eier
  • 1 TL Salz
  • 150 bis 200 ml Wasser
  • etwas Gries – „etwas“ definiere ich meist sehr ausgiebig (30 bis 50 gr)

Mehl und Gries in eine Schüssel häufeln, in der Mitte eine Mulde formen. Ei verrühren und mit etwas Wasser in die Mulde und alles zusammenkneten (von Hand oder mit der Küchenmaschine). Salz dazu. Kurze Spätzle und Knöpfle vom Hobel gelingen mit einem festeren Teig, mit etwas mehr Wasser ist der Teig besser zum Schaben und zum Drücken. Sprudelwasser macht es noch fluffiger. Der Teig ist fertig, wenn er Blasen wirft.

Einen großen Topf mit Wasser zum Kochen bringen, pro 5 Liter Wasser zwei Esslöffel Salz und ein Esslöffel Mehl oder Speisestärke (verhindert das Verkleben) dazu. Erst wenn alles kräftig sprudelnd, kommen die Spätzle dazu – egal ob geschabt, gehobelt oder gedrückt. Sie sind nach 2 bis 3 Minuten fertig: Aus dem Wasser sieben und mit etwas Butter in der Schüssel schwenken und warmhalten.

Und nun die Salbei-Spätzle

grüne SalbeispätzleDas Grundrezept bereite ich zunächst wie immer, verzichte jedoch auf den Gries. Den Gries gebe ich dafür mit etwa 10 bis 15 frischen Salbeiblättern (zusätzlich geht auch noch etwas Spinat für die grüne Farbe) mit etwas Kräutersalz in meinen Blender (Küchenmixer) und zerkleinere alles möglichst fein. Dieses Granulat gebe ich dann unter den Teig. Und schon kann wieder gedrückt, gehobelt und geschabt werden.

Bei Stone gab es dazu Rotkohl in Pale Ale gedünstet mit Hähnchenschnitzel. Sie machen sich aber auch gut mit einem einfachen Paprika-Gemüse: Paprikawürfel mit etwas Zwiebel und Speck andünsten und mit Balsamico und Sahne ablöschen. Mit Pfeffer und Salz abschmecken.

Noch ein Tipp: Gleich eine größere Menge (egal welche Spätzlevariante) machen. Der Pott Wasser verträgt das und die Spätzle werden morgen oder übermorgen Kässpätzle. Sie können auch eingefroren werden.

Frische Kässpätzle in der Pfanne

 

 

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