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Menschen in Deutschland und anderswo in Europa zeigen sich im Moment von ihrer besten Seite. Während der größten Flüchtlingswelle seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs helfen sie denjenigen, die sich aus ihrer albtraumgewordenen Heimat bis hierher durchgeschlagen haben. Flüchtlingshilfe – zigtausendfach und oft privat organisiert – häufig online, wie etwa die Initiative Blogger für Flüchtlinge. Auch ich engagiere mich an verschiedenen Stellen bei der akuten Hilfe. Gleichzeitig gehe ich einen Schritt weiter. Darum dieser Logbuch-Eintrag.

Beim Discounter Flüchtlinge einkaufen

Jede Flucht hat einen Grund. In Syrien, auf das wir in diesen Tagen besonders schauen, ist es in Krieg und Verfolgung. Oft sind wir am Chaos jenseits unserer Grenzen nicht unbeteiligt. Waffenlieferungen unserer Regierungen sind noch eine bequeme Antwort. Aber auch unserer Einkauf beim Discounter kann Fluchtgründe liefern: Weil wir für günstiges Essen europäische Fischfangflotten vor Westafrika kreuzen lassen, weil das nächste Schokoladenangebot nur durch Kakaokartelle in den Produktionsländern funktoniert, weil unsere Agrarsubventionen so hoch sind, dass das deutsche Massenhuhn immer noch günstiger ist als der Gockel, der zwischen Urwaldbäumen pickt. Das Massenhuhn wird erfolgreich nach Afrika exportiert.

Es gibt ein Benefizkonzert

Es ist nicht leicht, in einer solchen Situation den betroffenen Menschen eine Perspektive aufzeigen. Es geht abwärts: Keine Versorgung, kein funktionierendes Umfeld, das Zerfleischen beginnt . Wer hilft diesen Menschen, bevor sie flüchten?

taenzerintetemanDie Lehrerinnen und Lehrer der Jugendmusikschule Bad Mergentheim und ich. Am Sonntag, 25. Oktober 2015, um 15.30 in der Schlosskirche Bad Mergentheim werden die Musikerinnen und Musiker in einem Benefizkonzert spielen. Ich darf moderieren. Alle Spenden gehen zu gleichen Teilen an den Förderverein der Schule und an ein Schulförderprojekt in Ghana, ein Land, das besonders von den Entwicklungen der globalen Lebensmittelindustrie getroffen wird.

Kind im AutoZukunftsperpektive spenden

Das Projekt – initiiert von der ehemaligen Entwicklungshelferin Resi Bokmeier und dem ghanaischen Priester Dr. Simon Kofi Appiah – ist simpel: Von den Spenden werden Schulgelder und Kosten für Internatsaufenthalte bezahlt. Knapp 100 Euro reichen für ein Schuljahr. Die beiden wählen die Schülerinnen und Schüler nach zwei Kategorien aus:

Erstens nehmen sie Kinder mit schwierigen, zum Teil dramatischen Kindheuitserfahrungen auf. Für solche Kinder ist ein Internat eine neue und wohltuende Erfahrung: Sie bekommen eine Schuluniform, können dreimal am Tag einigermaßen gut essen und haben Zeit zu lernen und zu spielen. Ihre Traumatisierung ist zwar keine Garantier für einen Schulverbleib, aber das neue Selbstwertgefühl der Kinder und ihre neue Fröhlichkeit sind Fördergund genug.

Zweitens nehmen Resi und Kofi Kinder auf, wo zwar die Eltern Stabilität und Heimat geben können. Hier fehlt es „nur“ an den finanziellen Möglichkeiten, dem Kind eine nach seiner Begabung eine passende Ausbildung zu ermöglichen. Viele dieser Kinder haben es in den vergangenen Jahren bis ins Studium geschafft und erfolgreich abgeschlossen.

Übrigens ist das keine anonyme Begabtenförderung: In diesem September wollen sich alle Schülerinnen und Schüler des Programms mit den beiden für ein Wochenende treffen umd austauschen, wie es ihnen zu Hause und in der Schule geht.

Wer direkt unterstützen will, hier die Daten

  • Sonderkonto Ghana Kinderpatenschaften
  • Kontoinhaber: Kath. Pfarramt St. Maria, Stuttgart
  • IBAN: DE31 6005 0101 0002 166090
  • BIC: SOLADEST 600 (BW-Bank Stuttgart)

Spendenbescheinigungen werden auf Wunsch gerne ausgestellt. Bitte dafür auf der Überweisung die Adresse im Verwendungszweck angeben.

Natürlich wäre es mir lieber, ihr würdet zum Konzert kommen und dort spenden!

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