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Gin ist hip, Gin gibt es von überall, Gin ist ja auch nur einfach eine mit Wacholder und vielen anderen Kräuteren aromatisierte Spirituose. Dann mache ich ihn auch mal selbst, habe ich mir für den „Schwarzmarkt“ – der Kölner Lebensmitteltauschbörse, neudeutsch Foodswap – gedacht. Am Ende wurden es dann gleich drei Spirituosen, mit denen ich auf derselben Basis experimentiert habe. Meine kleine Schwarzmarkt5-Familie also: Content Crafted in Cologne im März 2016.

Bereits im Februar habe ich mit dem Ansatz begonnen: Ganz traditionell und altmodisch mit Wacholder, dazu Zitruszesten. Getrennt daneben durften weitere Zitrusschalen mit Kräutern ziehen. Gleichzeitig habe ich eigenes Apfelholz mit rotem und weißem Vermouth getoastet. Daraus habe ich gebastelt:

Zwei Flaschen Crossroads GinCrossroads Gin sollte ein Gin am Scheideweg werden: altmodisch wacholderlastig mit wenigen Botanicals. Zitruszesten liefern Frische und einen Hang zum Bitteren – der Martini lässt grüßen. Gin ist nach meiner Einschätzung am Ende des Hypes angekommen, also mussten neue Aromenansätze her. Ich habe Anleihen von anderen Spirituoen genommen: Die Basis bildet ein edler polnischer Qualitätswodka, von den Fassreifungen beim Whisky und Rum habe ich mir das getoastete Vermouth-Apfelholz abgeschaut. Das bringt die ungewöhnliche goldene Farbe. Meine Hommage ans Holz-Finish und den stilvollen Cocktail! Einen Monat Ruhezeit gönnte ich meiner Mischung damit ich sie unfiltriert abfüllen konnte (38 % vol Alk).

Zwei Flaschen Surfcr29 GeneverSurfcar 29 ist Genever – der kleine, unbeschwerte Bruder des Crossroads Gin. Die Basis exakt wie beim Crossroads Gin. Er durfte länger auf dem Vermouth-Apfelholz ziehen – das bringt etwas mehr Süße, was beim Genever durchaus typisch ist. Für einen Genever liegt Surfcar 29 am unteren Ende des Alkoholgehalts (29 % vol Alk). Aus das habe ich bewusst: Ich wollte an der These rütteln, dass hochprozentigere Gins/Genevers ausgewogenere Aromabilder hervorbringen. Wie ich zum Namen kam? Genever ist der Vorläufer des Gins, so kam ich auf den Namen: Surfcar – Alte Karre, lässiger Sport.

Zwei Flaschen Botanical GT KräuterbitterBotanical GT: Früher hießen Kräuter einfach Kräuter. Der Alkohol nahm ihre Aromen an, dann hieß er Kräuterbitter. Heutzutage ist alles furchtbar kompliziert und hip. Kräuter heißen plötzlich Botanicals, und Selbstgemachtes ist Craft. Mein Kräuterbitter ist ein schnittiger Turbo: Gran Turismo – kurz GT: Botanical GT. So kam ich zum Namen. GT ist inspiriert durch die Maßlosigkeit in der Herstellung, was die Menge der Zutaten angeht: Was von Crossroads und Surfcar 29 als Basis übrig war, habe ich mit Honig und noch mehr Zitrus und Wacholder auf Vermouth-Holz angesetzt, dazu Pfefferkörner und soviel frische Salbei- und Rosmarinzweige, dass ich am Ende grünliche Ölaugen abtrennen musste. 23 Grad Wärme und einen Monat Ziehzeit machen den Geschmack und die Intensität. Du tankst natürlich rund 35 % vol Alk.

Flaschensammlung

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