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Bierflaschen und KronkorkenManchmal kommt man überraschend zu seinem eigenem (kleinem) Supper Club – und damit meine ich nicht das BarBQCGN. Sondern meine Teilnahme am Summer of Supper. Marco vom Marieneck hatte uns in diesem Jahr die Gelegenheit gegeben, zu einem Guerilla Beer Tasting im Rahmen dieser wunderbaren drei Wochen Genuss einzuladen. Prompt kamen die Nachfragen der ersten, was es denn zu Essen gebe. Gut, habe ich halt gekocht.

GBT164SummerofSupper-1Zum Ankommen gab es frisches Brot aus Bierhefe. Basis war dabei mein Wurzelbrot, das ich mit Treber  vom Altbier variert hatte (Verhältnis Mehl:Treber 4:1). Dazu gab es verschiedene Dips und Aufstriche – darunter eine IPA-Butter und Gartenpesto aus Rucola, Brombeerblättern, Löwenzahn und anderen Gartenkräutern mit Mandeln und reifem Parmesan.

Zum Sattwerden habe ich mich von der schlichten Küche der Toskana inspirieren lassen. Die traditionelle Ribollita – ein Gemüseeintopf – habe ich mit Löwenzahn und Wirsing als regionale Anleihe ergänzt. Da der Eintopf eine Nacht ziehen muss, war es das ideale Gericht, um schnell für den Abend startklar zu sein. Hier das Rezept – die Mengen habe ich an vier Personen angepasst.

Das braucht es:

  • 250 gr weiße Bohnen (eine Nacht einweichen)
  • 250 gr Wirsing (in Streifen geschnitten)
  • eine Karotte
  • eine Kartoffel
  • ca 30 gr Löwenzahnblätter (um den EIntopf doppelt zu belegen)
  • eine Stange Lauch
  • eine Stange vom Staudensellerie mit Grün
  • 2 trockene Brötchen
  • frischer Liebstöckel zum Würzen
  • Salz und Pfeffer
  • acht Tomaten
  • eine rote Zwiebel
  • reichlich Olivenöl

Ribollita-EintopfEingeweichte Bohnen im Wasser etwa eine Stunde kochen. Lauch in feine Streifen schneiden und in Olivenöl dünsten, Zwiebeln ebenfalls in dünne Scheiben schneiden aber danach zur Seite legen. Das andere Gemüse in etwa gleich große Stücke schneiden. Die Tomaten kommen ebenfalls erst einmal zur Seite. Der Rest kommt zum Lauch und dünstet weiter – mit Wasser aufgießen und köcheln lassen und  anschließend mit den Bohnen zusammen nochmals kurz aufkochen. Liebstöckel, Salz und Pfeffer dazu und runter vom Feuer. Die Brühe sollte das Gemüse gerade bedecken. Löffenzahnblätter darüber und die alten Brötchen in Würfeln oder Scheiben darüber. Über Nacht ziehen sie Flüssigkeit und die Brühe zieht schön durch.

Am nächsten Tag im Ofen aufwärmen. Zwiebeln, Tomaten und Olivenöl nach Belieben in die Portion unterrühren.

Angerichtete DessertplatteZum Verkünsteln für mich gab es dann noch einen schicken Dessertteller, weil kein Menü ohne Humpty Dumpty zum Schluss auskommt. Hieß beim Guerilla Beer Tasting: Schafjoghurtcreme, Kirsch-Kriekgewürz-Sauce und Schokospongecakes. Aber der Reihe nach:

Die Joghurtcreme ist flott gemacht: Joghurt mit etwas Puderzucker und einem Schuss weißem Vermouth glattrühren. Einfach.

Die Kirschen brauchen Vorlauf: 200 ml Kriekbier (ein Lambic aus Kirschen) mit 50 ml Zuckersirup und 50 gr Zucker aufkochen, zwei Nelken, zwei Lorbeerblätter, etwas Zimt und einige Kardamomkapseln dazu. Kirschen entkernen und kurz mit aufkochen. Deckel drauf und eine Nacht ziehen lassen. Am nächsten Tag die Kirschen herausfischen, das herumschwimmende Gewürz kann weg. Die Flüssigkeit auf ein Drittel einkochen, danach dürfen die Kirschen wieder dazu und noch ein bisschen ziehen.

Dessert zwischen BierenDie Spongecakes finde ich ja immer noch Klasse zum „Backen“ … wenn man das so nennen kann: Im Wasserbad verflüssige ich 40 gr Bitterschokolade, schlage zwei Eigelbe und vier Eiweße mit 80 gr Mandelmus und 10 gr Mehl auf, rühre das alles zusammen und lasse es mit einer CO2-Kapsel im Sahnesyphon abkühlen. Danach in kleine Förmchen sprühen und knapp eine Minute in die Mikrowelle. Zack!

Alles optisch fantastisch anrichten, auslöffeln lassen.

Guerilla Beer Tasting Runde im MarieneckUnd was hatte ich an Bier?

Bierflasche von Lost AbbeyDie Brauerei Lost Abbey im südkalifornischen San Marcos hat in der dortigen Bierszene den Ruf, die „belgischste“ Brauerei Kaliforniens zu sein: Gereifte Trappisten- und Klosterbier aus Belgien sind deren großes Vorbild, in der Brauerei und im Marketing sind die Anleihen ans Klösterliche allgegenwärtig. Für das Guerilla Beer Tasting hatte ich das Lost and Found Abbey Ale – ein trockenes braunes Ale ausgewählt, das mit Rosinen gebraut wurde. Die Rosine ist im angenehm-zurückhaltenden Reigen herber Frucht- und Malznoten nur herauszuschmecken, wenn man den Gaumen gezielt danach suchen lässt. Das Bier stammt aus dem Ganzjahressortiment der kalifornischen Brauer und ist bei weitem nicht deren extremstes Bier, dafür wunderbar trinkbar, auch für „Einsteiger“.

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