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Weinrallye-100„Da müsste man ein Sektchen trinken“, sagt Thomas Lippert noch. Denn heute feiert die Weinrallye Jubiläum: Zum 100. Mal geht sie an den Start. Thomas Lippert hat sie 2007 initiert. Das Prinzip ist seit dem ersten Mal unverändert: Immer am letzten Freitag des Monats schreiben Blogger zu einem vorgegebenen Weinthema. Ein „gastgebender“ Blog kuratiert und sammelt dann die Beiträge.

Eine wunderbare Sache, weil neben Weinen und Verkostungsnotizen immer viel eigene Geschichte der Autoren drinsteckt. Viva Culinaria selbst hat es bisher nur zweimal geschafft – zu den Themen Herbstbilanz und Rosé: Solo oder als Essensbegleiter.

Heute ist das Thema denkbar breit: Aus allen 99 der Vergangenheit konnte ich wählen, oder irgendwas mit 100. Der Grund: „Bei der 100. Ausgabe sollte jeder mitmachen können,“ verrät mir Thomas, mit dem ich zum Jubiläum gesprochen habe. Passend dazu präsentiere ich ihm den aktuellen (2015) Hundertmorgen Riesling der drei Winzer drei Winzer Jochen Dreissigacker, Stefan Winter und Philipp Wittmann – in dem frischen, angenehm sommerlich-trocken-leichten Getränk steckt ja die Hundert drin. Er kontert mit dem wuchtig-fruchtigen 2012er Arduum von Thul. Leider nur die leere Flasche.

An welche Themen er sich noch besonders erinnert? „In Gottes Namen – die Nummer 12 – war klasse!“ Weine mit einem Bezug zu Kirche und Kloster, das er selbst als Gastgeber im Winzerblog hatte. Er erinnert sich auch an die schwierigen Zeiten. Wo es keine 40 und mehr Beiträgen gab, wie etwa die Weinrallye #21 „Die Königin der Reben – Deutscher Riesling aus Spitzenlagen wurde von Ralf Kaiser durchgeführt und war ein toller Erfolg! Das war in meinen Augen die professionellste Weinrallye aller Zeiten.“ Ganz anders die Domina Weinrallye, „wo es eher wenige Beiträge gab, weil das Thema natürlich sehr schwer war.“ Die 74 fiel ganz aus. Thomas weiß nicht mehr genau warum. Die 75 konnte man nur unter dem Motto „Vinocamp“ dank der Nachberichterstattung beleben. „Ohne den fleißigen Peter Züllig hätten wir nie die Hundert geschafft.“

Weinflasche mit halbgefüllten GlasIch ziehe eine weitere Flasche aus dem Hut. Ob Thomas die passenden Themen der Rallye findet? „Bronner? Das ist ein PIWI (Pilzwiderstandsfähige Rebsorten) – das Thema hatten wir auch.“ Noch eines? „Weine unter zehn Euro?“ Leider nicht. „Winzerinnen! Hatten wir zweimal.“ Der Elena Walch Bronner bringt es auf drei Frauen: Namensgeberin Elena und ihre beiden Töchter Julia und Karoline, die derzeit den renommierten Südtiroler Betrieb in Tramin übernehmen. Der Wein hat sich teils gewollt, teils ungewollt zum Sommerwein 2016 gemausert. Seine Leichtigkeit aus Frische und Zitrusfrucht ohne allzugroßer Säure bietet sich für warme Sommertage perfekt an, der Preis jedoch nicht für jeden Abend. Ich hatte ihn noch relativ günstig vor Ort erstanden, aber je nach Einkaufsmöglichkeit geht er preislich Richtung zwanzig Euro. Da ich in diesem Sommer aber noch wenig Balkongelegenheiten hatte, genießt man die seltenen Momente darum umso mehr mit etwas Luxus! Wunderbarer Trinkfluss.

Thomas hat nach meinen Erzählungen Lust bekommen, wieder mal nach Südtirol zu fahren. Wenn er dann mal einen Gastgeber für eine kommende Weinrallye braucht – ich würde mitmachen.

 

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