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Ich stelle mir eine schwarzbunte Kuh auf einem Surfbrett vor. Sie rauscht auf der perfekten Welle mit viel Gischt rechts und links dem Sandstrand zu. Dort sitzen artig aufgereiht ein paar Hummer und klappern ehrfürchtig dem Rindvieh zu. Vielleicht haben sie es sich auf einem bunt gestreiften Strandtuch bequem gemacht. Jedenfalls hat die die pralle Sonne sie bereits gut gerötet. Im Eiskübel wartet Champagner. Mehr Lotterleben gab es an der Atlantikküste Nordamerikas sonst nur in den Zwanziger Jahren auf Long Island. Irgendwann, wenige Momente später, ist die Kuh tot. Das Meeresgetier auch. Zum Ausdruck maximal hedonistischen Kulinarikgeprotzes landen sie dann beide auf dem Teller. Der Schwanz – des Hummers – oben, das beste Stück des Rindviehs unten, maximal hedonistisch eben.

Nennen wir es wie in den 60er Jahren an der US-Atlantikküste Surf’n’Turf: Rindersteak und Hummerschwanz. Wer nicht aus den Gefilden üppig versorgter New England Staaten stammt, bedient sich gerne mit einigen Garnelen. Brandung (Surf) trifft Rasen (Turf) – oder bei der Australierin: Reef meets Beef. Das kann meine Vorspeisenvariante auch – und reduziert den protzigen Fleischberg der zwei Welten auf leichte Weise neu. Nämlich:

Eine winterliche Frühlingsrolle – Surf’n’Turf in grün

Die Idee hatte ich, als ich neulich eine kräftige Rinderbrühe namens Burger Tea einkochte und noch Feldsalat übrig  hatte. Doch bleiben wir vollständig mit unserer Zutatenliste:

  • Reispapier (pro Rolle eine)
  • Garnelen (pro Rolle zwei bis drei
  • Feldsalat (pro Rolle zwei bis drei Pflänzchen)
  • Koriander
  • grüner Reis
  • Burger Tea 
  • Chiliflocken

fruhlingsrolle-1Feldsalat waschen, Blätter einzeln abzupfen und mit Korienaderblättern grob hacken. Garnelen ebenfalls grob zerkleinern. Grünen Reis in heißem Burger Tea ziehen lassen.

Reispapier in Burger Tea einlegen. Die anderen Zutaten miteinander vermengen und mit etwas Druck eng im weichen Reispapier einschlagen.

Mit ordentlich heißem Sesam- oder Erdnussöl von allen Seiten anbraten und mit Feldsalat servieren. Das ist schön grün. Ein Scheibchen Mango geht auch gut dazu.

Ich frage mich, wie Surf’n’Turf wohl umgekehrt funktionieren würde: Vielleicht schauen einige Rindviecher wohlwollend wiederkäuend auf den prächtig grünen Weiden der Ostküste zu, wie eine Truppe Hummer eine Choreografie wunderbar simultan durchs Gras pflügen. Sie tragen Tutu. Einer Kuh fällt Gras aus dem Maul. Maximal hedonistische Extravaganz für Protze.fruhlingsrolle-2

 

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