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SocialSherryTasting-1Man muss ja nicht immer selbst kochen, dachte ich mir, als ich mir Gedanken für ein weiteres Winepairing zum #SocialSherryTasting machte. Da traf es sich gut, dass Alex vom Spezialitätenportal kostreich.de eine neue große Auswahl von Lebensmitteln und Spirituosen von deutschen Herstellern hatte, und ich mit einigen Flaschen Sherry zum Durchprobieren zu Gast sein konnte: Einmal durch die Republik, ohne den Tisch mit Leckereien verlassen zu müssen. Wo geht das sonst?

Die Liste der Köstlichkeiten war – mal wieder – lang. Und wir haben viel probiert. Ich bin immer wieder überrascht, mit wie viel Leidenschaft Alex durch die Lande zieht und Produzenten entdeckt. Als Gast habe ich bei solchen Besuchen den Luxus, auch die Dinge zu kosten, die es aus verschiedenen Gründen nicht in seinen Shop schaffen. In diesem Post habe ich letztlich nur die drei Produkte ausgewählt, die den mächtigsten Eindruck mit einem der Sherrys gemacht haben.

SocialSherryTasting-2Beginnen wir mit einem Aperitif: Der trockene Fino gilt bereits pur als perfekter Einstieg in ein Essen. Trocken? Warum nicht mit einem deutschen Gin zu einem Martini paaren? Machen wir, mit einem ungewohnt kräftigen Anteil  Sherry – die Martini-Fundamentalisten mögen mir das verzeihen : 4 cl Gin und 2 cl Fino. Aus dem Gin-Sortiment haben wir den Ernst aus Berlin gewählt. Weich – ohne süß zu schmecken – und rund abgestimmt, aber wunderbar traditioneller Wacholderausrichtung ist er ein würdevoller Begleiter für einen Fino. Keine Restsüße trübt das appetitanregende Spiel von Säure, Bitternoten und den kräuterigen Wacholdernoten mit hefiger Brotigkeit. Gerade die Hefe und die herben Fruchtnoten des Sherry spült die Mischung wunderbar hervor. Das ist kein Cocktail für einen kompletten Abend, aber mit seinem herben Paket und seinen knackigen Kräuteraromen der ideale Einstieg in ein Dinner!

SocialSherryTasting-3Während ich noch Schreibweisen vergleiche, schneidet Alex bereits unseren nächsten Sherry-Partner an. Wurscht oder Worscht? Die nordhessischen Metzger sind sich bei ihrer Spezialität „Ahle Worscht“ offensichtlich nicht ganz einig. Egal. Sechs Wochen Reifung mit viel Speck und anderen geschmacksintensiven Teilen des Schweins, dazu frischer Pfeffer, machen die Wurstspezialität zum perfekten Begleiter des Oloroso: Leichte Restsüße mit oxidativer Reifung, lang anhaltender, intensiver Abgang. Von der Nase bis lange in den Abgang kann die Ahle Worscht geschmacklich mithalten. Ihr Fettgehalt ergänzt den kräftigen Alkoholgehalt. Sogar seine rostrote Färbung passt zur rötlichen Wurst. Spannend bleibt die Frage: Was ist zu erst leer: Die Flasche Sherry oder die runde Wurst?

SocialSherryTasting-5Am Ende steht Dessert. Klar. Beim Sherry kommt der Cream. Mit Hamburger Goldmandeln schließen wir den Kreis zum Aperitif. Denn Fino oder Manzanilla steigen gut mit Salzmandeln ein. Wir beschließen den Abend mit dem Goldstandart – im wahrsten Sinne des Wortes. Die gebrannten Mandeln glitzern mit 22 Blattgold in der Kruste, die kräftige Röstaromen verströmen und mit zurückhaltender Süße positiv überrascht. Dunkles Karamell und Vanille bestimmen den Geschmack, bevor die knackige Mandel sich dazugesellt. Cream ist eine gute Wahl dazu. Die Kombination schließt kräftig ab, erschlägt aber nicht. Gerade für einen lauen (Früh)-Sommerabend, wie wir ihn hatten, ein treffendes Paar.

Weitere Sherry Stops gibt es hier.

 

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