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Vielleicht sitze ich mit einem Kumpel in wenigen Jahren in einem diese modernen Burgerläden und wir erinnern uns daran, dass die menschenleere Roboküche damals in Köln ihren Anfang genommen hat. Die Mutterstadt der Lebensmittelautomaten: Stollwerck ließ am 29. April 1888 den „selbsttätigen Verkaufsautomaten“ patentieren. Abgeschaut aus den USA, bei Stollwerk für Schokolade.

Längst tüfteln sie in den Entwicklungslaboren der Gastroküchenhersteller an Küchen, die möglichst wenig Personal benötigen, ursprünglich, weil der Nachwuchs fehlte. Intelligente Öfen sind dabei, die weitere Digitalisierung scheitert (noch) am Geld. Bis vielleicht Google oder Apple irgendwo einsteigt… Auch wenn die Manufakturisierung der edlen Fastfoodküche uns Foodies gerne etwas anderes suggeriert: Die Masse der Gastronomie vor und hinter dem Tresen ist automatisierbar. Und neben Banken und Versicherungen hat die Branche dabei das höchste – je nach Studie zwischen 70 und 90 Prozent Einsparpotenzial.

Bestellung mit Tablet finden wir ja saucool. Services haben wir uns bereits längst abtrainieren lassen und schlurfen selbst zum Tresen, um unsere Bestellung abzuholen. Beim Cocktailautomaten wissen wir noch nicht, ob wir ihn gut finden oder nicht – aber über den Robo, der Popcorn im Schneckentempo aufpoppt, schmunzeln wir noch. Wenigstens spuckt niemand vom Personal in die Portion, wenn sie oder er mich nicht als Gast mag. Zuhause lassen wir uns dann vom Thermomix durchs Rezept führen, freuen uns über Erlebniskochen und meinen immer noch, das mit der Digitalisierung in der Gastronomie nicht so schnell kommen wird.

Derweil basteln sie in San Francisco am ersten Burgerladen, wo Chef Robo am Grill komplett übernimmt. Wenn ich dann mit meinem Kumpel dort sitze, fragen wir uns: Wie zum Schlachter geben wir unserem Pepper-Kellner Trinkgeld? Ein Bitcoin-Schnipsel vielleicht? Bei den 25-Gramm-Schokolädchen von Stollwerk im Automaten war es einfacher: Zehn Pfennig!

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