Dunkel, dunkler, bitter. Weihnachten ist Zeit für kräftige Schokolade. Neben den bekannten Marken habe ich heute mal drei Tafeln von zwei Herstellern herausgepickt, die auf besondere Weise besondere Schokolade produzieren. 70 % – 80 % – 92 % mit weniger gebe ich mich hier nicht ab. Alles Bean to Bar – also direkt aus der Kakaobohne gewallzt und verarbeitet.

Schokolade-Beginnen wir mit zwei Sorten von Fairafric.

Das Münchner Startup zeichnet sich dadurch aus, dass es die komplette Schokoldenproduktion ins Herkunftsland Ghana verlagert. Aus der Idee von 2013 sind Produkte fairtrade und bio gefworden. Gleichzeitig steigert das Konzept den Anteil Afrikas an der Wertschöpfung in der Schokoladenindustrie. Entwicklungshilfeprojekte sollten sich hier mehr als nur eine Scheibe abschneiden.

Fairafric 70% Smooth Dark Chocolat: Nach dem Öffnen entfaltet die Tafel einen vanilligen Duft, der noch gar nicht an Zartbitter erinnert. Auch der erste Geschmack am Gaumen ist sehr vanillig, vollmundig und wie der NAme verspricht angenehm weich und schmelzig. Erst langsam entwickelt sich eine immer noch ungewohnt geringe und sehr zurückhaltende Bitterkeit. Die Schokolade selbt ist recht hart, wird am Gaumen dann aber cremig. Erst im Abgang holt sie sie noch einmal den Namen Zartbitter ab.

Fairafric 80% Rich Cocoa Dark Chocolat: Anders als die 70%-Schester ist diese Tafel an der Nase dezenter. Sie bringt einen wärmenden, zartbitteren Schmelz und überrascht mit einer herben Cremigkeit. Cremiger noch als die Vergleichsprobe. Sehr ausbalanciert und eine empfehlenswerte Bitterschokolade.

Ebenfalls fairtrade und bio sind die handgemachten Schokoladen des kleinen brandenburgischen Familienunternehmens Edelmond.

Edelmond Rohe Schokolade 92%:  Rohe, nicht geröstete Kakaobohnen bringen intensive Aromen – bis zu salzig und umami. Mit dem bekannten „Schokoladengeschmack“ hat das nichts mehr zu tun. Die 92er bewegt sich auf der Grenze. Kaum Duft, fast brüchig, feinkrümelig beim Abbiss, kommen noch die Bitternoten daher, bevor sich umami-Noten ausbreiten, fest ledrig. Ein lager Nachhall, keine Süße. Ein Geschmackserlebnis für Neugierige. Und wunderbar auch, eine heiße Schokolade auf eine neue Stufe zu heben – oder ein Chili oder eine Mole Negro. (Die 100% ist dann ein komplettes Extremerlebnis)

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