New Beers In Town!

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Wie in alten Zeiten verkündet der beleuchtete rote Schriftzug die Auto-Spedition Johann Schäfer. Der Laden war in Köln Kult. Die Bläck Fööss feierten musikalisch dort schon Polterabend.

Johann Schäfer ist wieder da! Heute als Brauhaus, mit zwei eigenen Bieren und einer Küche, deren Konzept in vielen Ecken der kulinarischen Welt erfolgreich umgesetzt wird, aber bisher noch nie den Weg in ein Kölsches Brauhaus gefunden hat: Traditionelle Küche modern und mit regionaler Qualität interpretiert (man schlage Sergio Herman oder Walter Redaelli nach, um nicht auf den altbekannten Yotam Ottolenghi zu verweisen).

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Luftig, schlicht mit alten und typischen Brauhaus-Elementen lädt der offene Innenraum unf seine Nebenräumen ein. Der zweite Blick fällt auf den weiten Pass und der zweite stellt fest, dass sich hier niemand verstecken will: Eingemachtes steht auf dem Tresen, dahinter die rote Aufschnittmaschine, bevor man die flinken Hände in der Küche verfolgt. Rechts bestelle ich mein Pils (das Kölsch kommt von Gaffel) – ein eigener Sud von Koch André Niediek – das nach dem Aufbau der Anlage künftig im eigenen Keller des Hauses gebraut wird. Vor mir wird eine  Jausenplatte bereitet. Regionale Zutaten, vieles hausgemacht.

Alter Gouda, Tatar, Schweinebauch, Haxe, Rippchen – die Altbekannten der Brauhausküche tauchen auf der Karte auf. Und überraschen mit toller Qualität in Herkunft und Zubereitung. Die Haxenkruste ist so krachend knackig, dass man beim ersten Biss die Blicke vom Nachbartisch auf sich zieht.

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Alles kann mit Beilagen nach Wunsch kombiniert werden. Ungewöhnlich groß für ein Brauhaus ist der vegetarische Anteil auf der gut durchdachten Karte: Kraut, Käsepressknödel, Süßkartoffeln und Salate und und und. Auch weintrinkende Freunde kann ich hier gut mitschleppen.

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Aber ich wollte ja über die neuen Biere sprechen. Das erwähnte Pils ist wunderbar herb, trocken und ohne aufdringlich mit der Hopfenbittere abzuwatschen. Schön süffig, Süddeutsche können also mit ins Brauhaus, und bleiben wohl auch beim zweiten Eigengebräu – einem Hefeweizen – hängen: Trüb, kräftige Farbe – fruchtiger Geschmack. Angenehm auch hier: Die häufige Hefeweizen-Schwere bleibt aus.

Ab heute (25. November 2017) öffnet Johann Schäfer für hungrige und durstige Gäste. Den drei Machern Till Riekenbrauk (Street Food Festival, Laden Ein), Thomas Borninkhof (Café Bo) und André Niediek (Maison Blue) ist hier der Spagat zwischen urigem Brauhaus und unkomplizierter Moderne gelungen – gilt sowohl für das denkmalgeschützte Gebäude also auch für Küche und Karte. Mehr davon!

Aber eigentlich wollte ich ja vor allem übers Bier schreiben.

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