Hier kommt ein Nikolausbier – gleich vier Mal!

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Bierglas mit WeihnachtsbeleuchtungEine Bierempfehlung zu Nikolaus? In diesem Jahr probiere ich was Rotes. Das Red Ale als obergärige Variante mit irischer Vergangenheit und Tradition hat lange im Schatten des mächtigen Stout sein Tresendasein gefristet. Mit der Craftbeer-Welle kommt es wieder mehr als „American Red Ale“ zu Ehren – mit zurückgenommenem Malzkörper und dem US-typischen kräftigen Hopfen-Spiel. Ich stelle vier Red-Ale-Vertreter jenseits der grünen Insel vor, aber drandenken: Der Stiefel gehört in der Nacht vor die Tür und nicht als Trinkgefäß auf den Tisch!

Etikett von Texels VuurbaakTexels Vuurbaak: In meinem Red Ale Quartett das typischste „Irish“. Zum 15jährigen Bestehen der holländischen Brauerei von der Touri-Insel haben sich die Brauer mit einer expliziten Hommage an die iriche Vorlage selbst beschenkt. Der Name bedeutet Leuchtturm: Klar rotbraun im Licht mit einer leichten Säure und weichem, leicht karemelliger Malzkörper. Der Hopfen ist wahrnehmbar, aber dezent. Im Abgang leichte Aromen von roten Beeren. Insgesamt rund abgestimmt und süffig – typisch für die Biere der  Holland-Insel. Derzeit ist Vuurbaak nur auf Texel erhältlich. (5,5%vol)

777 Red Ale EtikettBrauprojekt 777 Red Ale: Der schlichte Name des Bieres der nierrheinnischen Mikro-Brauerei 777 aus Voerde verrät noch nicht, ob der Sud „irisch“ oder „amerikanisch“ angesetzt wurde. Im Glas schwenke ich ein leicht trübes rostbraunes Ale. Der Nase nach ist sowohl eine karamellige Malznote als auch kräftiges Hopfenaroma ohne sofort erkennbare Frucht zu erkennen – irisch und amerikanisch also. Am Gaumen dominiert eine klare, saubere Hopfenbittere. Im Nachgang fast etwas sprittig. Es wird „American“. (5,9% vol)

Brew Dog 5am Saint EitikettBrewdog 5am Saint American Red Ale: fünf Malze, fünf Prozent, fünf – nein sechs – Hopfen – so bringen die Schotten die 5 im Namen unter. Frische Hopfennoten, mit der leichten Muffigkeit grüner Hopfen und einer Fruchtvielfalt, wie man das von den typischen Westküstensude Kaliforniens kennt. Dahinter bietet die frischrötliche Flüssigkeit einen leichten trockenen Malzgeschmack, der mit dem Hopfen ausbalanciert mithält. In meinem roten Quartett hier ist 5am Saint das mit Abstand komplexeste Bier. Für alle, die mehr als ein trockenes Pale Ale wollen, ist das 5am Saint die richtige Wahl zu Nikolaus. Der Alkoholgehalt erlaubt auch ein zweites Glas. (5,0%vol)

Kraftbierwerkstatt Chinook EtikettKraftbierwerkstatt Chinook Red Indian Ale: Das Bier der Böblinger „Gypsy Brauer“ Kraftbierwerkstatt ist das stärkste in der Runde. Ist es schon ein IPA? Helle, nur leichte Rottönung. In aller Wortspielerei verwenden die Schwaben ausschließlich Chinook-Hopfen, das ergibt ein straightes Zwischending aus einem zurückhaltenden IPA und einem leichten Red Ale. Frisch und süffig, der Schluck beginnt als sommerliches IPA und entwickelt sich dank einer erstarkenden Malzsüße zu einem irischen Ende. Vor allem diese Süße sorgt dafür, dass der Alkohol gefährlich gut eingebunden ist. Der Nikolaus hebt warnend den Stab!  (6,7%vol)

P.S.: Wer es lieber rot in Richtung Cockail mag, kann sich mit einem Red Velvet behelfen. Prost!

Bierflaschen mit Nikolausmützen