Andi Weigands Bochen Silvaner 2018 zu gebackenen Kürbisspalten

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Herbst ist Kürbiszeit und für den Kürbis schielen viele häufig zu einem Rotwein. Ich zaubere mir mit gebackenen Kürbisspalten auf Kartoffelstampf ein bequemes Herbstgericht auf den Tisch, aber ich greife zu einem Silvaner, der auf seine Weise ganz besonders passt.

Doch kümmern wir uns erst einmal ums Essen.

Der Kartoffelstampf:

Mehlig- oder vorwiegend festkochende Kartoffeln schälen, waschen und in Scheiben in eine Mischung aus 1/3 Salzwasser, 2/3 Milch und Butter köcheln lassen, immer wieder mal umrühren, bis die Stücke zerfallen. Auf die gewünschte Stückchengröße zerstampfen und mit Pfeffer, Muskat und Butter abschmecken.

Der Kürbis (Faulenzer wie ich nehmen den Hokkaido, damit ich mir das Schälen spare):

Den Kürbis zerteile ich in ein bis zwei Zentimeter dicke Spalten, lege sie nebeneinander auf ein Backblech und bestreue sie mit etwas Chiliflocken, Salz und Bockshornkleesaat. Kann auch eine gute (grobe) Currymischung sein. (Kräuter-)Olivenöl drüber und bei 150 Grad im Ofen 15 bis 20 min backen

Jetzt hat Andi Weigands Bochen 2018er Silvaner trocken seinen großen Auftritt. Die Trauben stammen handverlesen von 45 Jahre alten Rebstöcken, spontanvergoren und elf Monate im fränkischen Eichenfass gelagert. Im Glas perfektioniert der knochentrockene Silvaner den herbstlichen Tisch mit allem, was das Essen nicht mitbringt. Er ist ein bisschen Federweißer deluxe: Denn während der neue Wein fett und brachial den Herbst beschreibt, erzählt der Bochen fein moussierend und frisch mit Noten von Briocheteig und duftigem Obst die Jahreszeit. Das ist die Eleganz eines trockenen Oktobertages, der zwar kein T-Shirt-Wetter aber dennoch wohligen Sonnenschein bietet.

Und zum cremigen Essen in seiner umarmenden Breite, mit Röstaromen und Gewürzen, liefert der Silvaner alles, was ich nicht auf dem Teller habe: Knochentrocken bringt er knallhart klare Struktur, sauberes Holzfass im Hintergrund, grüne getrocknete Wiesenkräuter, leicht oxidativ. Frisch und intensiv zugleich – das ist nicht der Ranschmeißer des Herbstes in rot, weil man es schon immer so gemacht hat. Das komplettiert das herbstliche Genussreigen. Damit kann es auch gern Abend werden.

Irgend ein Rotwein darf solange gerne noch ein paar Stunden in der Ecke lüften.

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